Mögliche Ursachen des Hörsturzes nach der DGHNO- Leitlinie „Hörsturz“ je nach Art der Innenohrschwerhörigkeit (IOS):
Hörsturz mit Hochton-Hörverlust
Wahrscheinlicher Hörsturz des Schräg- oder Steilabfalls der Tonschwelle im hohen Frequenzbereich oder der Innenohr-Hochtonsenke ist - in Abhängigkeit vom Ausmass des Hörverlustes- eine Insuffizienz der äusseren (Innenohrschwerhörigkeit (IOS) bis ca. 50 dB Hörverlust) und/oder der inneren Haarellen (IOS ab ca. 60 dB Hörverlust).
Hörsturz mit Tiefton- Hörverlust
Aufgrund klinischer und tierexperimenteller Daten beruht die Hörminderung im tiefen Frequenzbereich wahrscheinlich auf einem endolymphatischen Hydrops. Ebenfalls denkbar ist eine lokale Durchblutungsstörung der Lamina spiralis mit hypoxischer Gewebeschädigung und Störung der Elektrolyt-Homöostase.
Hörsturz mit pancochleärem Hörverlust
Da alle Frequenzen betroffen sind, werden bereits geringe Hörverluste subjektiv als schwerwiegend empfunden. Als Erkrankungsursache Substrat kommt vor allem eine Funktionsbeeinträchtigung der Stria vascularis und/oder der zuführenden Gefässe im Sinne einer Durchblutungsstörung und Gewebe-Hypoxie infrage.
Hörsturz mit Mittelfrequenz-Hörverlust
Die Grundlagen der seltenen wannenförmigen Senkenbildung der Tonschwelle im mittleren Frequenzbereich sind kaum untersucht. Als Ursachen werden beispielsweise lokale Durchblutungsstörung im Bereich der Lamina spiralis ossea mit hypoxischen Schäden (Sauerstoffunterversorgung) des Corti-Organs sowie Gendefekte diskutiert.
Hörsturz mit Taubheit/ an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit
Diese Form des Hörsturzes ist durch das Ausmass des Hörverlustes, der in der Regel alle Frequenzen betrifft, charakterisiert. Verantwortlich hierfür könnten ein (thrombotischer/ embolischer) Verschluss der A. cochlearis communis oder der A. spiralis modioli mit hypoxischer strialer Insuffizienz sein.
Sonstige
Hierunter sind Tonschwellenverläufe zu verstehen, die sich weder in die bereits genannten Gruppen einordnen noch bestimmten IOS-Typen zuordnen lassen. Ihre Ursache ist unbekannt. Im weiteren Sinne gehören in diese Gruppe auch stark fluktuierende (schwankenden) Hörschwellen und der Hörsturz mit Progredienz (Fortschreiten) der Schwerhörigkeit unter der Therapie, z.B. infolge Liquordruckänderung und/oder immunpathologischer Mechanismen. |